Demobericht "Weg mit Truppmann 2"

Donnerstag, 2.7.2009

 

Wolfshagen. 19.30 Uhr. Eine Menschenmenge versammelt sich auf dem Dorfplatz im Zeltdorf Clausthal. Pressevertreter sind anwesend. Ein lautes Pfeif-Konzert startet. Spruchbanner werden in die Lüfte erhoben. Parolen werden gerufen. Ruhe. Eine Kundgebung. Ca. 250 Jugendliche und Betreuer lauschen den Worten des Sprechers.

 

Zwischendurch tosender Applaus und pfeifen.

 Worum es geht? Um die Form der Truppmannausbildung in Niedersachsen! Darum, dass sich Jugendfeuerwehrmitglieder nicht 2 Jahre einer Ausbildung hingeben wollen, in der ein Großteil der Inhalte auf ihre 6 jährige Karriere bei der Jugendfeuerwehr zurückgreift. 6 Jahre lang Schläuche rollen, Feuerwehrtechnik verstehen und vor allem Leben.

 

Damit arbeiten und sie anderen erklären können. Das kann jeder 16 jährige in einer Jugendfeuerwehr. Warum also noch einmal 2 Jahre lang erklären lassen, wie man einen Schlauch rollt, einen Löschangriff aufbaut oder ein Strahlrohr bedient. Bereits bei den Jugendflammen Stufe 1 und 2, sowie bei der Leistungsspange zeigen wir, dass wir ein Standrohr richtig tragen und setzen können, mit Schläuchen umgehen können.

Wir wissen wie ein Löschangriff aufgebaut wird und was es für Fahrzeuge bei der Feuerwehr gibt. Wir sind sicher noch keine Profis, aber müssen wir uns trotzdem noch einmal 2 Jahre lang alles erklären lassen, als hätten wir von all dem keine Ahnung? Die Kundgebung ist zu Ende. Laut pfeifend und applaudierend setzt sich der Demonstrationszug mit mittlerweile knapp 300 Personen in Bewegung Richtung Lautenthal.

 

Das Team „Sicherheit und Ordnung“ sorgt dafür, dass die Route des Zuges frei von Hindernissen ist. Sogar eine Wasserschlacht wird mit großen Augen unterbrochen. Immer mehr Teilnehmer reihen sich ein. Knapp 300-400 sind wir nun. Am Zeltdorf Lautenthal vorbei. „Wir sind das Volk“, „Leute lasst das Glotzen sein, reiht euch in die Demo ein“ schallt es durch den Wald. Immer lauter. In der einzigen Verbindung zu den Zeltdörfern Clausthal und Lautenthal ein Sitzstreik. Die Zeltdörfer sind abgeschnitten. Nichts geht mehr.

 

Laut pfeifend und applaudierend harrt der Zug auf dem Boden aus. Parolen hallen durch den dichten Wald. Der Zug zieht weiter Richtung Braunlage. Vorbei an vielen Zelten nach Hahnenklee. Niemand ist mehr in den Zelten. Was ist da draußen los? Neugierig sind sie alle. Einige erkennen die Situation und reihen sich mit ein. Erneut ein Sitzstreik. Danach eine Kundgebung. „Wir sind das Volk“, „2 Jahre Truppmann- Nein Danke!“, „Ausbildung ja, aber fair!“ Der Zug mit knapp 400 Demonstranten setzt sich wieder in Bewegung. Richtung Lagerleitung.  

 

Vorbei an den Duschen und am Gemeinschaftszelt. Alle gucken mit großen Augen. An der Lagerleitung angekommen ein erneuter Sitzstreik. Der Lagerverkehr ist lahm gelegt. Parolen. Eine kleine Gegendemo mit ca.10 Personen. Der Zug setzt sich wieder in Bewegung durch Altenau Richtung Antreteplatz. Wieder Vorbei an den Gegendemonstranten. Auf dem Antreteplatz die Abschlusskundgebung. Immer wieder unterbrochen durch die Gegendemonstranten. Nach einigen Minuten gegenseitegem Parolengefechts konnte die Abschlusskundgebung dann auch ungestört fortgeführt werden.

 

Weit mehr als 1300 Unterschriften sammelten wir in 2 ½ Tagen. Alle sind sie dafür, dass für JF´ler eine verkürzte Form der Truppmannausbildung eingeführt, oder gar die alte Grundausbildung wieder eingeführt wird.

 

Ein Dank an alle Helfer und Teilnehmer. Weiter Informationen könnt ihr auf unsere Homepage nachlesen, sobald es welche gibt ;)

Wir, die Jugendfeuerwehr Rosdorf, weisen ausdrücklich daraufhin ,dass die Idee zu dem Protest, gegen die derzeitige Truppmann-Ausbildung in Niedersachsen und die damit verbundenen Aktionen (Demonstration, Unterschriftensammlung etc.),einzig und allein von uns ausging und wir damit nicht die Meinung des derzeitigen Jugendreferenten der niedersächsischen Jugendfeuerwehr, Dieter Fröchtenicht, vertreten!

 

Text: CU